Fonseca - Interview (auf deutsch)


Mitte Juli bekam ich im Rahmen meiner Recherche für den viventura Nwsletter die Möglichkeit Fonseca zu interviewen.

Das Interview im Original auf spanisch gibt es hier…

Fonseca life

Nun zum Interview:

André: Hallo Fonseca, vielen Dank, dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast! In Kolumbien bist du einer der populärsten Musiker überhaupt, aber in Deutschland kennt man dich noch nicht. Ist Fonseca dein Künstler- oder dein richtiger Name, wie sollen wir dich ansprechen? Und kannst du vielleicht ein paar Worte zu deiner Person und deiner Musik verlieren?

Fonseca: Fonseca ist mein Nachname. Dies ist nun mein zweites Album. Meine Musik beinhaltet zwar auch Akkordeon, sie ist aber dennoch kein Vallenato. Ich komponiere Lieder über mein Leben und drücke darin meine Gefühle aus. Es ist lateinamerikanische Musik mit viel Herz. Ich hoffe, dass meine Musik bald auch in Deutschland gehört wird.


André: Auf deinem aktuellen Album “Corazón” gibt es zahlreiche Stücke mit Vallenato Rhythmen (Vallenato ist ein Musikstil von Kolumbiens), woher kommt dieser Bezug zum Vallenato?

Fonseca: Die Vallenato-Feiern begeistern mich genauso wie die Texte des Vallenato und ich versuche immer, die Melancholie seiner Lieder einzufangen.

André: Du kommst aus Kolumbien - derzeit sind die Künstler, die man aus Südamerika in Deutschland kennt, Kolumbianer. Denkst du, du wirst in die Fußstapfen von Shakira, Soraya oder Juanes treten können und auch in Europa Erfolge feiern können, ist das ein Ziel von dir?

Fonseca: Sicher, desto mehr Orte meine Musik erreicht, desto besser! Dank Juanes, Shakira und Soraya, die den langen Weg bereits gegangen sind, ist es für diejenigen, die neu sind in Europa, ein guter Start.

André: Bis auf den leckeren Kaffee und die mitreissende Musik weiß man in Deutschland nur wenig über Kolumbien. Verbunden wird es häufig mit Krieg, Gewalt und Drogen. Ist Kolumbien dabei ein Opfer ausländischer Medien geworden, die gerne Klischees bedienen oder trägt Kolumbien auch selbst die Schuld? Die Filme, die in Kolumbien produziert werden wie “Maria voll der Gnade” oder aktuell “El Trato” und “Soñar no cuesta nada” bedienen ja dieses Klischees?

Fonseca: Obwohl ich ein großer Fan des kolumbianischen Kinos bin, denke ich, dass es größtenteils eine unbestreitbare Realität reflektiert, aber nicht die Einzige. Kolumbien ist viel mehr als Kaffee, es ist ein Land mit Menschen mit großem Herzen.

André: Wenn du einem unserer Leser Kolumbien definieren solltest, wie würdest du dann das Land in wenigen Sätzen beschreiben?

Fonseca: Ich würde Kolumbien als ein Land mit viel Würze beschreiben.

André: Wenn jemand drei Wochen Zeit hat Kolumbien zu bereisen, was sollte er deiner Meinung nach in deiner Heimat entdecken und erleben? Kannst du vielleicht Orte empfehlen, die dich auch bei deiner Musik inspirieren?

Fonseca: Er sollte Ende April kommen um das Vallenato Festival in Valledupar zu besuchen. Es ist auf alle Fälle einer der Orte, die mich am meisten beim Komponieren inspirieren. Von dort aus sollte es nach Guajira gehen und von dort in den Tayrona Park und nach Cartagena. Bevor er das Land verlässt, sollte er das Landesinnere kennen lernen, um zu spüren wie es sich im Andenhochland lebt. Das Problem ist, dass drei Wochen einfach viel zu kurz sind, daher würde ich im sagen, dass eine Reise nach Kolumbien nicht ausreicht.

André: Fonseca, vielen Dank für das Interview, wir wünschen dir persönlich und beruflich weiterhin so viel Erfolg und dass unsere Deutschen Leser auch bald in den Genuss kommen, Fonseca im Radio hören zu können.

Fonseca: Vielen Dank an euch und ich hoffe bald in Deutschland zu sein mit “Corazon”, mit Herz!

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