Archiv für Dezember 2007

Feria de Cali

Vom 25. bis 30. Dezember fand in Cali das 50. Feria de Cali Festival statt, dieses Jahr war ich mit von der Partie. Am 27.12. ging es für vier Tage nach Cali. Für das Festival reisen die großen Salsabands der Welt nach Cali um auf zig Konzerten ihr Können zu beweisen. Als eingefleischter Salsafan musste ich da einfach mit dabei sein.

Urs, ein Kollege und Freund von mir lebt in Cali und betreibt dort ein beliebtes Backpacker Hostal. Leider waren die Plätze schon alle vergeben, aber schnell war ein Ersatzhotel gefunden. Am ersten Abend startete ich dann sogleich mit anderen Gästen vom Hostal ins Geschehen. Unser Ziel, das “Superconcierto”, angesagt hatten sich Son de Cali, Maelo Ruiz, Gilberto Santarosa, Eddy Herrera, Grupo Niche und das Orquestra Guayacan. Salsa-Herz, was willst du mehr?

Nach einer Stunde stellte sich heraus, dass ich noch mehr Salsafans in meinem Umkreis gebraucht hätte, ich kam dzwar dazu mit ein paar Celenas zur Musik auch zu tanzen, doch die Kumpanen aus dem Hostal wurde die Musik langsam zu langweilig. Nach dem Gilberto Santarosa Konzert wollten sie das Stadion verlassen und in einer Disko weiterfeiern. Um nicht alleine im Stadion zu bleiben ging ich mit. Kaum aus dem Stadion raus, stellte sich heraus, dass die Jungs auf der Suche nach einem Technoschuppen waren, nicht nur dass, auch wollten sie Kokain kaufen. Alles andere als mein Ding, also ging ich zurück zum Stadion. Dort ließen sie mich nicht mehr rein und mit einem Bier beendete ich diesen ersten frustrierten Abend.

Am zweiten Abend ging es in eine kleinere Disco, “La 33″ eine bekannte Salsa-Band aus Bogota hatte sich angesagt. Diesmal war ich mit Urs und seinen Freunden aus Cali unterwegs, zwar alles Pärchen aber alle Musik- und tanzbegeistert. Es ging also besser!!!

Der dritte Abend sollte der Höhepunkt werden. Zuvor aber schon mal ein paar Bilder von Cali…

Cali

Cali

Cali

Also, der dritte Abend. Carime, eine Freundin von mir, lud mich ein mit ihrer Clique zu feiern. Gesagt getan. Zu Gast waren wir im Rumbódromo und ein Teil der Künstler, die ich vorgestern wegen des frühen Verlassens des Stadions verpasst hatte spielten heute. Angesagt hatten sich: Son de Cali, Gran Combo, Maelo Ruiz und Eddy Herrera. Was für ein Programm. Und dann hatten wir einen Traumplatz, unser Tisch war gerade mal 10 Meter von der Bühne enfernt und dazwischen befand sich nur die Tanzfläche. Als wenn das nicht gut genug wäre, war ich in Gesellschaft von gut gelaunten Calenos und vor allem tanzwütigen Calenas. Besser hätte es nicht kommen können. Das letzte Konzert endete um vier Uhr. Ich fiel totmüde ins Bett…

An dieser Stelle werde ich später noch ein paar Fotos vom Abend reinsetzen (warte noch darauf, dass sie mir zugesendet werden…)

Am Sonntag ging es dann zurück nach Medellin. Im Flugzeug kam ich ins Gespräch mit meinem Sitznachbar, und siehe da, es war kein geringerer als Guillermo, der Conga Spieler der Gruppe Aventura (in Deutschland bekannt mit ihrem Lied “Obsession”). Er hatte sich schwer verliebt in eine Kolumbianerin und meinte, dass er bald nach Medellin kommen würde, da bin ich mal gespannt…)

Lange ausruhen geht nicht, nun wartet Silvester auf mich… Und für alle Krefelder gibt es einen Überraschungsgast im nächsten Artikel ;-)

Mein Heiligabend in Kolumbien

Es gibt immer ein erstes mal, gestern gab es meinen ersten Heiligabend in Kolumbien. Da ich im Februar nach Deutschland fliege hat sich ein Flug zu Weihnachten sich nicht wirklich gelohnt, auch wenn ich Heiligabend natürlich am liebsten im Kreis meiner Familie in Deutschland verbracht hätte. Zum Glück musste ich nicht alleine feiern, denn Maria Isabel, eine Freundin aus Medellin und ihre Familie luden mich ein gemeinsam mit ihnen zu feiern.

Im Vorfeld war ich noch gar nicht so richtig in Weihnachtsstimmung. Was offensichtlich gar nicht zu meinen Weihnachtsvorstellungen passt sind die warmen Temperaturen in Medellin. Umso glücklicher war ich zu erfahren, dass Maria Isabels Familie in El Penol feiert, einem Ort, der einiges höher liegt als Medellin (und daher deutlich kühler ist).(Da für Kolumbianer die Meereshöhe - im Gegensatz zu uns Deutschen - völlig unwichtig ist, konnte mir keiner sagen wie hoch El Penol liegt, ich schätze mal ca. 2200 Meter dürften es gewesen sein…)

Ein großer Unterschied zum vertrauten Fest in der alten Heimat ist schon mal die Familiengröße, ich konnte mir noch nicht mal die Hälfte der Namen der Verwandtschaft merken, insgesamt feierten wir mit ca. 15 bis 20 Leuten Heiligabend. Nicht nur die Größe war ein Unterschied… aber zuerst mal zu den Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Weihnachtsfest:

  • es wird die Geburts Christus gefeiert, es wird zwar nicht gesungen, aber im Familienkreis wird die Weihnachtsgeschichte erzählt
  • die Kinder werden auch am Heiligabend beschenkt

Und hier die Unterschiede zum deutschen Heiligabend:

  • in Kolumbien ist die Familie so wichtig, dass jeder über alles Bescheid weiß, da dauern geredet wird. Daher entfällt die Funktion des “Familienfestes”, wo zumindest zu Heiligabend die ganze Familie beisammen am Tisch sitzt und man das Jahr Revue passieren lässt. Falls einer aus der Familie liebe den Heiligabend mit Freunden verbracht hätte, wäre das akzeptabel gewesen…
  • es gibt keine Weihnachtsmusik, anstatt dessen kommt typischer Vallenato, Salsa und Merengue
  • die Geschenke stammen nicht vom Weihnachtsmann, sondern vom “Jesuskind”, das unbemerkt die Geschenke im Haus versteckt…
  • und wer hätte es gedacht, auch zu Heiligabend schaffen es die Kolumbianer nicht still auf den Stühlen zu sitzen, es wird getanzt was das Zeug hält (ich liebe dieses Land!)
  • zur Feier des Tages wird einiges an Feuerwerkskörpern in die Luft gebollert, vor allem um 24 Uhr, wenn sozusagen in Christus Geburtstag reingefeiert wird

Soweit ein paar Beobachtungen meinerseits. Ich hatte auf alle Fälle einen sehr schönen Abend. Vielen Dank an Maria Isabel und ihre Familie für die Einladung!!!

Nachfolgend noch ein paar Fotos…

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Gemeinsame Runde in der Finca mit Blick auf El Penol

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Bescherung der Kleinen…

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Maria Isabel mit Weihnachtsschmuck…

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Beim Salsa Tanzen …

Zurück in Medellin

Die Tour ist zu Ende und Weihnachten schon halb vorbei. Zeit, dass ich wieder mal im Blog tätig werde… Aber der Reihe nach….

Am 22.11. war es soweit, mit 35 minütiger Verspätung ging die neue viventura Webseite online. Wer sie noch nicht gesehen hat, sollte unbedingt mal reinschauen. Zwar gibt es noch einige Bugs, die wir immer noch ausmerzen, aber wir sind wirklich glücklich mit der neuen Webseite :-)

viventura Homepage

Und direkt am Folgetag ging es los mit meiner Tour. Mit einer Gruppe von zwölf netten Kolumbien-Reisenden ging es quer und Beet durch das Land. Es hat wirklich viel Spaß gemacht mit der Gruppe. Auch wenn wir ein wenig Pech hatten mit den Flügen (ausgerechnet Medellin ist ins Wasser gefallen), hatten wir eine super Tour, hier ein paar Fotos:

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Soweit der Fotorückblick auf diese Tour, alle Fotos findet ihr unter den Kolumbien Fotos, und gleich auch der Link zum Reisebericht mit einer Zusammenfassung pro Tag.




Über mich

Südamerika-Fan, der nun in Kolumbien sein Heimat gefunden hat. Neben Reisen, Internet und Fotographie interessieren mich Politik und kleine Geschichten aus dem alltäglichen Leben in Südamerika.

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