Mein Heiligabend in Kolumbien
Es gibt immer ein erstes mal, gestern gab es meinen ersten Heiligabend in Kolumbien. Da ich im Februar nach Deutschland fliege hat sich ein Flug zu Weihnachten sich nicht wirklich gelohnt, auch wenn ich Heiligabend natürlich am liebsten im Kreis meiner Familie in Deutschland verbracht hätte. Zum Glück musste ich nicht alleine feiern, denn Maria Isabel, eine Freundin aus Medellin und ihre Familie luden mich ein gemeinsam mit ihnen zu feiern.
Im Vorfeld war ich noch gar nicht so richtig in Weihnachtsstimmung. Was offensichtlich gar nicht zu meinen Weihnachtsvorstellungen passt sind die warmen Temperaturen in Medellin. Umso glücklicher war ich zu erfahren, dass Maria Isabels Familie in El Penol feiert, einem Ort, der einiges höher liegt als Medellin (und daher deutlich kühler ist).(Da für Kolumbianer die Meereshöhe - im Gegensatz zu uns Deutschen - völlig unwichtig ist, konnte mir keiner sagen wie hoch El Penol liegt, ich schätze mal ca. 2200 Meter dürften es gewesen sein…)
Ein großer Unterschied zum vertrauten Fest in der alten Heimat ist schon mal die Familiengröße, ich konnte mir noch nicht mal die Hälfte der Namen der Verwandtschaft merken, insgesamt feierten wir mit ca. 15 bis 20 Leuten Heiligabend. Nicht nur die Größe war ein Unterschied… aber zuerst mal zu den Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Weihnachtsfest:
- es wird die Geburts Christus gefeiert, es wird zwar nicht gesungen, aber im Familienkreis wird die Weihnachtsgeschichte erzählt
- die Kinder werden auch am Heiligabend beschenkt
Und hier die Unterschiede zum deutschen Heiligabend:
- in Kolumbien ist die Familie so wichtig, dass jeder über alles Bescheid weiß, da dauern geredet wird. Daher entfällt die Funktion des “Familienfestes”, wo zumindest zu Heiligabend die ganze Familie beisammen am Tisch sitzt und man das Jahr Revue passieren lässt. Falls einer aus der Familie liebe den Heiligabend mit Freunden verbracht hätte, wäre das akzeptabel gewesen…
- es gibt keine Weihnachtsmusik, anstatt dessen kommt typischer Vallenato, Salsa und Merengue
- die Geschenke stammen nicht vom Weihnachtsmann, sondern vom “Jesuskind”, das unbemerkt die Geschenke im Haus versteckt…
- und wer hätte es gedacht, auch zu Heiligabend schaffen es die Kolumbianer nicht still auf den Stühlen zu sitzen, es wird getanzt was das Zeug hält (ich liebe dieses Land!)
- zur Feier des Tages wird einiges an Feuerwerkskörpern in die Luft gebollert, vor allem um 24 Uhr, wenn sozusagen in Christus Geburtstag reingefeiert wird
Soweit ein paar Beobachtungen meinerseits. Ich hatte auf alle Fälle einen sehr schönen Abend. Vielen Dank an Maria Isabel und ihre Familie für die Einladung!!!
Nachfolgend noch ein paar Fotos…
Gemeinsame Runde in der Finca mit Blick auf El Penol
Bescherung der Kleinen…
Maria Isabel mit Weihnachtsschmuck…
Beim Salsa Tanzen …
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Schöne Weihnachten und alles Gute im Neuen Jahr!