Kolumbien hat wieder einmal bei einer Musik-Preisvergabe abgeräumt. Bei den MTV Latin-Awards, die gestern in Mexico verliehen wurden, gab es gleich drei Titel für Kolumbien. “Hipps don’t lie” von Shakira wurde zum besten Lied des Jahres gekürt. Juanes wurde zum besten Musiker des Jahres ausgezeichnet (für die Region “central”). Für die gleiche Region, unter der man wohl Mittelamerika verstehen kann, wurde Fonseca zur besten Neuentdeckung ausgezeichnet.
In zwei Wochen werden bereits die Latin Grammys vergeben, dort ist Fonseca bereits für drei Kategorien nominiert. Auch Shakira und Juanes werden natürlich wieder dabei sein.
Robin Hood, der das Geld den reichen Amerikanern aus der Tasche zieht und der armen Bevölkerung Kolumbiens zur Verfügung stellt. So würde sich Pablo Escobar wohl am liebsten in die Geschichtsbücher eingegangen. Mit der Realität hatte das aber reichlich wenig zu tun.
In einem gut recherchierten und extrem spannenden Buch könnt ihr die Geschichte Pablo Escobars kennen lernen. Escobar kommt aus einer guten Mittelklasse-Familie aus der Nähe von Medellin. Mit jungen Jahren beginnt er seine Verbrecher-Karriere. Zum richtigen Zeitpunkt ist er am richten Ort, als im Laufe der 70er Jahr die Nachfrage nach Kokain in Nordamerika stark zunimmt. Mit Bestechung und Gewalt sticht er seine Konkurrenten aus und wird zum führenden Kokain-Exporteur nach Nordamerika.
In den 80er Jahren - im Zenit seiner “Laufbahn” - geht er in die Politik. (weiterlesen…)
Gemeinsam mit Anke unternahm ich einen 2-Tages-Ausflug nach Muzo. Einem Ort mit vielen Mythen, geboren aus Smaragden.
Muzo liegt nur ca. 100 km Luftlinie von Bogota entfernt, die Anreise ist allerdings länger, als man vermuten würde. Am Nachmittag sind wir mit einem Bus nach Chiquinquirá gereist, einem Ort der auf der Route Bogota - Villa de Leyva liegt. Normal fährt man hier einfach vorbei, doch die Stadt ist wirklich schön, nur Touristen sind hier völlig unbekannt. Hotels gibt es aber reichlich, die Stadt ist auch ziemlich groß.
Am nächsten Morgen um 6 Uhr (ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so früh samstags aufgestanden bin) fuhr unser Bus nach Muzo los. Von den Anden ging es in den Tiefebene. Schnell zogen wir unsere Fleece-Jacken aus. Es wurde richtig warm… Nach gut zwei Stunden kamen wir schließlich in Muzo an.
Die Stadt scheint ein ganz normales Örtchen zu sein, nichts zu spüren, dass in unmittelbarer Nähe einer der reichsten Smaragd-Vorkommen der Welt Millionen von Euros erwirtschaften. Ein Freund erläutert mir, dass Muzo von der Smaragd-Mafia beherrscht wird, die Polizeitstation sei eine Attrappe. In der Tat sieht man keine Polizisten, nur ein Bulle in Zivil lernen wir zufällig kennen.
Jedes Jahr im August das gleiche Bild. Das abgelegene Villa de Leyva wird zum Mekka des Winddrachensports. Fans von Winddrachen und zahlreiche Schaulustige bringen das Dorf zum Ausnahmezustand. Ca. 20.000 Menschen waren auch dieses Jahr wieder mit von der Partie. Das Dörfchen hat zwar dank der Wochenendbesucher aus Bogota eine gute touristische Infrastruktur, doch um diese Masse an Besuchern zu bewältigen, musste so manche Grünfläche als Campingplatz umfunktioniert werden.
Mit Mapis und Manuel lernte ich dieses Jahr das Festival kennen. Wir hatten Glück, dass wir eine Unterkunft finden konnten. Michael, ein befreundeter Deutscher bot uns an in seinem wunderschönen Haus zu wohnen. Nach der Ankunft machte sich Manuel sehr beliebt, als er ein Becks-Fäßchen, dass er zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, herzauberte.
Einmal ein Fernsehstar sein? Wer träumt nicht davon… Als im Mai Fernsehleute bei uns im Büro auftauchten um ein Casting zu machen - sie suchten deutsche Darsteller für einen Werbespot, kam schon ein schon ein komisches Gefühl auf. Wir sollten fröhlich, grimmig, überrascht und so weiter schauen, später würde der Regisseur die Auswahl bei der Besetzung treffen. Kurzfristig war ein deutscher “Schauspieler” ausgefallen, so dass Ersatz benötigt wurde.
Um 19 Uhr klingelte das Telefon. Der nette Mann sagte mir, dass sie sich für mich entschieden haben. Ich solle mich am besten direkt ins Taxi setzen. Um 20 Uhr kam ich am Drehort an. Pünktlich deutsch waren die anderen schon da, das Stelldichein der deutschen Szene war vertreten mit Besetzung von der Uni, der deutschen Schule, der deutschen Botschaft und der deutschen Wirtschaft. Alle wollten ein wenig Fernsehluft schnuppern.
Der erste Dreh kam dann erst zwei Stunden später, die kolumbianische Crew machte zwar den Eindruck sehr beschäftigt zu sein, aber irgendwie ging dennoch alles recht langsam voran. Am Set waren 50 Leute anwesend. Der Umbau zwischen den Szenen dauerte recht lang, für die Kamera und die Lichtquellen mussten teilweise Türme erstellt werden.
Die Crew hatte uns versprochen bis 1 Uhr fertig zu sein, aber es war wohl erst die Hälfte. So machten wir die Teamszenen zuerst und am Ende die Einzelaufnahmen, so konnten einige, die früh raus mussten am nächsten Tag, schon gehen.
Um 05:30 war dann alles im Kasten. Nach viel Rennerei erhielt ich dann eine Kopie des Werbespots, die ich euch nicht vorenthalten möchte:
André: Hallo Fonseca, vielen Dank, dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast! In Kolumbien bist du einer der populärsten Musiker überhaupt, aber in Deutschland kennt man dich noch nicht. Ist Fonseca dein Künstler- oder dein richtiger Name, wie sollen wir dich ansprechen? Und kannst du vielleicht ein paar Worte zu deiner Person und deiner Musik verlieren?
Fonseca: Fonseca ist mein Nachname. Dies ist nun mein zweites Album. Meine Musik beinhaltet zwar auch Akkordeon, sie ist aber dennoch kein Vallenato. Ich komponiere Lieder über mein Leben und drücke darin meine Gefühle aus. Es ist lateinamerikanische Musik mit viel Herz. Ich hoffe, dass meine Musik bald auch in Deutschland gehört wird.
André: Hola Fonseca, muchas gracias por haberte tomado un tiempo para esta entrevista! En Colombia y Sudamérica eres actualmente uno de los músicos más populares, en Alemania no eres muy conocido todavía! ¿Fonceca es tu nombre artístico, de dónde viene este nombre? ¿Nos puedes quizá decir algunas palabras sobre tí y sobre tu música también?
Fonseca: Fonseca es mi apellido. Este es mi segundo Album. Mi musica tiene acordeon pero no es vallenato, compongo sobre mi vida y digo lo que siento en mis canciones. Es musica latina con mucho corazon. Espero que pronto mi musica llegue a Alemania!
Der 26-jährige Musiker kommt aus Bogota. Bereits mit 22 veröffentlichte er sein erstes Album: “Fonseca”. Es wurde das Überraschungsalbum schlechthin, mit einem Schlag war Fonseca in ganz Kolumbien ein Begriff. Vier Jahre später hat er nun “Corazón” auf den Markt gebracht. Damit erreichte Fonseca den Durchbruch in Südamerika. Seine beiden ersten Single-Auskopplungen “Te mando flores” und “Hace tiempo” schafften es nicht nur in Kolumbien auf den ersten Platz. Derzeit tourt der durch die USA und andere Länder Lateinamerikas und hofft auf einen ähnlichen Erfolg.
In seinem zweiten Album bleibt Fonseca dem Pop treu, allerdings vermischt mit anderen Rythmen, die in Kolumbien beliebt sind: Das für den Vallenato typische Akkordeon wird in einigen Liedern eingesetzt. Mit “Mercedes” ist auch ein richtiger Vallenato und mit “Lagartija Azul” auch ein “afrikanischer Vallenato” auf der CD.
Sein bislang größter Erfolg ist “Te mando Flores”, das Lied mitsamt Video gibt es hier:
Für den viventura Newsletter konnte ich mit Fonseca ein Interview führen, hier geht es zum Interview: Fonseca Interview
Fanny LuSelten habe ich ein Lied dermaßen oft gehört wie “No te pido Flores”. Daher möchte ich an dieser Stelle Fanny Lu vorstellen. Fanny Lu - bis heute habe ich nicht recherchieren können, wo der Name herkommt (hört sich wirklich fanny an…) - kommt aus Cali. Ihre Karriere began sie als Fernsehmoderatorin, später bekam sie eine Rolle in der kolumbianischen Telenovela (Perro Amor). Auch wenn Musik ihre Leidenschaft war, so kam erst 2005 ihr Durchbruch. Ihr erstes Album Lagrimas Calidas (Warme Tränen) wurde auch gleich von keinem geringeren als Emilio Esteban produziert. Der Song No te pido Flores kam Ende 2005 in die Charts und schoss direkt auf den ersten Platz, wo er mehrere Wochen verharrte. Ihre zweite Single-Auskopplung Te Arrepentiras ist auch bereits über die Grenzen Kolumbiens erfolgreich.
Auf ihrer Homepage gibt es alle Lieder zum Anhören und natürlich alle Text: www.fannylu.com
Te Arrepentiras
Hört euch No te pido Flores zwei, drei Mal an, und ihr werdet nicht mehr loskommen, hier ist das Video: