Die Tour ist zu Ende und Weihnachten schon halb vorbei. Zeit, dass ich wieder mal im Blog tätig werde… Aber der Reihe nach….
Am 22.11. war es soweit, mit 35 minütiger Verspätung ging die neue viventura Webseite online. Wer sie noch nicht gesehen hat, sollte unbedingt mal reinschauen. Zwar gibt es noch einige Bugs, die wir immer noch ausmerzen, aber wir sind wirklich glücklich mit der neuen Webseite
Und direkt am Folgetag ging es los mit meiner Tour. Mit einer Gruppe von zwölf netten Kolumbien-Reisenden ging es quer und Beet durch das Land. Es hat wirklich viel Spaß gemacht mit der Gruppe. Auch wenn wir ein wenig Pech hatten mit den Flügen (ausgerechnet Medellin ist ins Wasser gefallen), hatten wir eine super Tour, hier ein paar Fotos:
Soweit der Fotorückblick auf diese Tour, alle Fotos findet ihr unter den Kolumbien Fotos, und gleich auch der Link zum Reisebericht mit einer Zusammenfassung pro Tag.
Urlaub! Die letzte Woche habe ich mir endlich mal wieder Urlaub gegönnt, und erst mal ging es in den kolumbianischen Dschungel. Und nein, dort - zumindest wo ich war - gibt es kein Kokain und keine Guerilla, wer solche Stories gleich erwartet muss ich leider enttäuschen.
Ich flog nach Leticia, im 3-Ländereck Kolumbien, Brasilien und Peru. Auf dem Flugzeug lernte ich einen netten Ingenieur aus Manizales kennen, der im Stromwerk eine wichtige Aufgabe zu erledigen hatte. Er empfahl mir sein Hotel, so dass ich auch direkt Unterschlupf finden konnte.
Am Abend musste ich dann wieder an den netten Ingenieur denken, denn plötzlich gab es einen Stromausfall, denn mein Flugnachbar fabriziert hatte. Es war richtig, richtig dunkel. zum Glück hatten die Motorräder Licht, ich habe das Ganze direkt als Video festgehalten.
Am nächsten Tag machte ich einen Ausflug mit lauter gutgelaunten spanischen und kolumbianischen Touristen entlang des Amazonas-Flusses.
Hier ein merkwürdiges Tierchen, dass ich bei dem Ausflug entdeckte…
Am nächsten Tag ging es dann tiefer rein in den Dschungel, dass es dann geschlagene fünf Stunden mit dem Boot werden würden, hätte ich auch nicht gedacht, aber das gab mir zumindest die Gewissheit: du bist weit ab vom Strom - im wahrsten Sinne des Wortes.
Am Folgetag konnte ich gleich zwei gelungene Ausflüge machen. Es ging mit Axel und Mike auf den Matamatasee. Während ich mich vergeblich bemühte einen Fisch aus dem See zu Angeln schoss Mike mit seinem Pfeil und Bogen ein Fisch nach dem anderen aus dem Wasser. Hier Mike auf der Jagd:
So richtig habe ich also nicht meinen Mann gestanden, aber am Nachmittag bekam ich dann aber eine zweite Chance: mich an einem Seil hochziehen auf einen Baum der mindestens 100 Meter hoch ist, glaubt ihr nicht, dann schaut selbst:
Ok, ok, 100 Meter sind es nicht, aber immerhin 45… Aller Anfang ist schwer, hier ein Foto, wie ich ganz unten anfange mich hochzukämpfen:
Nach einer knappen halben Stunde kam ich oben an. Komplett verschwitzt, ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob es Arbeits- oder Angstschweiß war. Wie auch immer, ich hatte es geschafft So sieht ein strahlender André aus:
Auch wenn ich noch zwei Plattformen vor mir hatte: ich dachte das Gröbste habe ich überstanden, aber Pustekuchen. Nachdem ich eine wackligste Hängebrücke zur nächsten Baumkrone überstanden hatte zog plötzlich ein tropisches Gewitter an. Es blitzte und blitze, aber noch in weiter Ferne. Als Vorboten kam aber schon einmal der Sturm und kurz später ein heftiger Regenguss. Nicht nur, dass ich mir die Mühe gemacht habe mich hier raufzukämpfen, nun musste ich alles geben um so schnell wie möglich hinunter zu kommen, denn so ein wackelnder Baum in einem Tropensturm vermittelt nicht gerade Sicherheit. Zudem klang mir die Warnung meiner Mutter in den Ohren: “Bei Gewitter nicht unter Bäume stellen!”. Ja sollte ich denn auf einem Baum sicherer sein umgeben von Drahtseilen, die die einzelnen Plattformen vorbindeten?!
Eigentlich hätte ich wohl richtig Schiss gehabt vor den abschließenden 120 Meter, die ich per Seil zum nächsten Baum hätte gleiten sollen. Aber mein Gedanke war nur: nichts wie weiter, so dass die Angst vor dem “Flug zum nächsten Baum”, wie verflogen sind. Im heftigen Regen kam ich zwar gut - aber klatschnass - auf der dritten und letzten Plattform an, immer noch 35 Meter über dem rettenden Boden. Nun schnell abgeseilt und zurück in die sichere Lodge, die ich dann schlussendlich gut erreichte. Die Tour kann ich jedem nur empfehlen, ich drücke nur die Daumen, dass ihr mehr Zeit auf den Plattformen habt…
Am dritten Tag hieß es schon wieder Abschied nehmen von der Palmari Lodge und es ging zurück Richtung Leticia. Nun wollte ich mit einem Amazonas-Dampfer nach Manaus fahren vier Tage lang. Doch leider bekam ich keinen Flieger von Manaus zurück nach Bogota, so dass ich lieber nicht das Risiko eingehen wollte ein paar Tage in Manaus gestrandet zu sein…
Einmal im Jahr kommen die Bauern aus den umliegenden Bergen und zeigen ihre prachtvollen Blumen. So startete vor 50 Jahren die Feria de Flores. Von Jahr zu Jahr wuchs das Festival, mittlerweile dauert es knapp zwei Wochen und hatte dieses Jahr über 180 Veranstaltungen, mit Life-Konzerten, Kinder-Events, Ausstellungen etc…
Der Höhepunkt bleibt aber weiterhin der “Zug der Blumen” durch die Straßen Medellins. Gestern war es soweit. Hier einige Impressionen vom Umzug “Feria de Flores” 2007.
Diese Blumenprachten, durch die Straßen zu tragen ist harte Arbeit, unter jedem Gesteck ist ein schweißgebadeter Träger:
Nachfolgend einige Impressionen festgehalten als Video:
Jahrelang habe ich mit Uerdingen gefiebert, meinem Heimatverein aus Krefeld, allerdings hat es nie zu einer Meisterschaft gereicht. Nun nach einem halben Jahr in Medellin, komme ich nun aber in die Ehre, dass der Heimatverein einen Meisterschaftstitel holt…
Aber zuerst ein paar allgemeine Infos zu Fußball in Kolumbien…
Kolumbien hat ein recht komplexes Spielsystem. Es gibt pro Jahr zwei Meister, beide qualifizieren sich für die südamerikanische Champions League. die Liga besteht aus 18 Vereinen, es gibt Auf- und Abstieg, so wie man das aus Deutschland kennt. Die besten acht Team nach jeder Runde kommen in die “Cuadrangulars”, hier spielen jeweils vier Teams, jeder gegen jeden, den Finalisten aus. Dieses Jahr waren dies Huila (in der Vorrunde Platz 8) und Atletico Nacional (in der Hinrunde auf Platz 3). Das Finale besteht aus Hin- und Rückspiel. Nachdem Huila sein Heimspiel bereits mit 0:1 gegen Medellin verloren hatte, hatte Atletico Nacional aus Medellin nun zum Rückspiel alle Karten in der Hand.
Dementsprechend hoffnungsvoll machte ich mich auch auf in das Getümel. In der ganzen Stadt gab es Großbildschirme und Leinwände. Allerdings kein Public Viewing, sondern alles in Kneipen … Ich fuhr zu Freunden nach Envigado - einem Stadteil Medellins - um dort das Spiel zu verfolgen.
Auch wenn im Vorfeld richtig gefeiert wurde, als das Spiel dann losging begann die Party dann wirklich. Medellin gewann mit 2 zu 1 und war damit kolumbianischer Meister. Jetzt zeigten die Paisas wie sich feiern. Es war eine Mischung aus Freudentaumel, Feuerwerkskörpern, Rum, Konfetti und Mehl. Ja ihr hört richtig. Hier in Medellin feiern wir mit Mehl, die Anleitung ist simpel. Einfach möglichst viel Mehl über die Leute schütten
Dazu kam der Fansong von Nacional… Kaum zu glauben, dass ein Salsarythmus als Basis für einen Fussballsong dienen kann, aber es funktioniert sehr gut.
Hier könnt ihr selbst mal reinhören:
Das alles machte den Abend wirklich unvergesslich. Zum Abschluss kurvten wir noch eine Stunde durch Medellin, zu acht in einem winzigen Twingo. Wir landeten schließlich recht weit ab von Medellin “im Grünen”, hier gab es ein Matrazenlager, wo wir uns schließlich nach der langen Feierei erholen konnten…
Südamerika-Fan, der nun in Kolumbien sein Heimat gefunden hat. Neben Reisen, Internet und
Fotographie interessieren mich Politik und kleine Geschichten aus dem alltäglichen Leben in Südamerika.