Jahrelang habe ich mit Uerdingen gefiebert, meinem Heimatverein aus Krefeld, allerdings hat es nie zu einer Meisterschaft gereicht. Nun nach einem halben Jahr in Medellin, komme ich nun aber in die Ehre, dass der Heimatverein einen Meisterschaftstitel holt…
Aber zuerst ein paar allgemeine Infos zu Fußball in Kolumbien…
Kolumbien hat ein recht komplexes Spielsystem. Es gibt pro Jahr zwei Meister, beide qualifizieren sich für die südamerikanische Champions League. die Liga besteht aus 18 Vereinen, es gibt Auf- und Abstieg, so wie man das aus Deutschland kennt. Die besten acht Team nach jeder Runde kommen in die “Cuadrangulars”, hier spielen jeweils vier Teams, jeder gegen jeden, den Finalisten aus. Dieses Jahr waren dies Huila (in der Vorrunde Platz 8) und Atletico Nacional (in der Hinrunde auf Platz 3). Das Finale besteht aus Hin- und Rückspiel. Nachdem Huila sein Heimspiel bereits mit 0:1 gegen Medellin verloren hatte, hatte Atletico Nacional aus Medellin nun zum Rückspiel alle Karten in der Hand.
Dementsprechend hoffnungsvoll machte ich mich auch auf in das Getümel. In der ganzen Stadt gab es Großbildschirme und Leinwände. Allerdings kein Public Viewing, sondern alles in Kneipen … Ich fuhr zu Freunden nach Envigado - einem Stadteil Medellins - um dort das Spiel zu verfolgen.
Auch wenn im Vorfeld richtig gefeiert wurde, als das Spiel dann losging begann die Party dann wirklich. Medellin gewann mit 2 zu 1 und war damit kolumbianischer Meister. Jetzt zeigten die Paisas wie sich feiern. Es war eine Mischung aus Freudentaumel, Feuerwerkskörpern, Rum, Konfetti und Mehl. Ja ihr hört richtig. Hier in Medellin feiern wir mit Mehl, die Anleitung ist simpel. Einfach möglichst viel Mehl über die Leute schütten
Dazu kam der Fansong von Nacional… Kaum zu glauben, dass ein Salsarythmus als Basis für einen Fussballsong dienen kann, aber es funktioniert sehr gut.
Hier könnt ihr selbst mal reinhören:
Das alles machte den Abend wirklich unvergesslich. Zum Abschluss kurvten wir noch eine Stunde durch Medellin, zu acht in einem winzigen Twingo. Wir landeten schließlich recht weit ab von Medellin “im Grünen”, hier gab es ein Matrazenlager, wo wir uns schließlich nach der langen Feierei erholen konnten…
Zum Abschluss noch ein paar Videos…